Von der Redaktion von Senioren-Dating.ch ·
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Wie Liebesbetrug abläuft
Beim Liebesbetrug, auch Romance Scam genannt, gibt sich jemand als liebevoller Partner aus, um an Geld zu kommen. Die Schweizerische Kriminalprävention beschreibt die Masche ausführlich, denn sie kommt in der Schweiz immer wieder vor und trifft oft Menschen über 50.
Der Ablauf ist meist ähnlich. Zuerst schreibt dir ein sehr sympathisches Profil, oft mit attraktiven Fotos. Die Person ist aufmerksam, schreibt täglich, macht viele Komplimente und spricht schnell von tiefen Gefühlen. Nach einigen Wochen, manchmal Monaten, entsteht eine echte Bindung. Dann kommt die Notlage: eine Operation, ein Problem beim Zoll, ein festgehaltenes Erbe oder ein Flugticket für das lang ersehnte Treffen. Und mit der Notlage kommt die Bitte um Geld.
Wer einmal zahlt, bekommt meist bald die nächste Bitte. Das Geld ist in fast allen Fällen verloren. Neben dem Geld schmerzt vor allem die Enttäuschung, denn die Gefühle waren auf deiner Seite echt.
Betrüger arbeiten oft in Gruppen und mit fertigen Texten. Sie schreiben vielen Menschen gleichzeitig und lernen aus jeder Unterhaltung. Deshalb wirken ihre Nachrichten so aufmerksam und passend. Sie fragen viel nach deinem Leben, nach deiner Familie und deinen Sorgen, und sie merken sich alles. Später nutzen sie genau dieses Wissen, um ihre Geschichte glaubwürdig zu machen.
Die typischen Warnzeichen
Kein einzelnes Zeichen beweist einen Betrug. Wenn mehrere zusammenkommen, solltest du aber sehr vorsichtig werden.

- Die Person spricht sehr schnell von Liebe oder einer gemeinsamen Zukunft.
- Sie will bald weg von der Partnerbörse und lieber per Messenger oder E-Mail schreiben.
- Sie lebt angeblich im Ausland, auf einer Ölplattform, im Militäreinsatz oder auf Geschäftsreise.
- Treffen und Videoanrufe werden immer wieder verschoben, mit immer neuen Ausreden.
- Die Fotos wirken wie aus einem Magazin.
- Irgendwann geht es um Geld, Gutscheine, Kryptowährung oder eine Investition.
Gerade das letzte Zeichen ist eindeutig. Wer dich liebt, bittet dich nicht nach wenigen Wochen um Geld, schon gar nicht, bevor ihr euch je gesehen habt.
Ein weiteres Zeichen ist Zeitdruck. Betrüger wollen nicht, dass du in Ruhe nachdenkst oder mit anderen sprichst. Sie bitten dich vielleicht, niemandem von eurer Beziehung zu erzählen, weil andere es nicht verstehen würden. Wenn du dich dabei ertappst, etwas vor Familie und Freunden zu verschweigen, halte inne. Gerade dann lohnt es sich, eine vertraute Person um ihre Meinung zu bitten.
So prüfst du ein Profil
Wenn dir ein Profil seltsam vorkommt, kannst du einiges selbst prüfen. Mit einer umgekehrten Bildersuche im Internet findest du heraus, ob die Fotos anderswo unter einem anderen Namen auftauchen. Viele Betrüger verwenden gestohlene Bilder von Fremden.
Schlag früh einen Videoanruf vor. Bei Zweisam geht das direkt in der App, bei anderen über einen Messenger. Wer echt ist und ehrliches Interesse hat, zeigt sich gern. Wer immer wieder einen Grund findet, warum die Kamera nicht geht, hat oft etwas zu verbergen.
Achte auch auf die Sprache. Widersprüche in der Lebensgeschichte, Texte, die wie übersetzt wirken, oder Antworten, die nicht zu deinen Fragen passen, sind Hinweise. Und frag nach Dingen, die nur jemand vor Ort wissen kann, wenn die Person angibt, in deiner Nähe zu wohnen.
Eine umgekehrte Bildersuche ist einfacher, als sie klingt. Du speicherst das Foto aus dem Profil oder machst ein Bildschirmfoto und lädst es in einer Bildersuche im Internet hoch. Taucht das gleiche Gesicht unter anderen Namen, auf Seiten von Models oder in Warnlisten auf, weisst du Bescheid. Findest du nichts, ist das allerdings noch kein Beweis, dass das Profil echt ist.
Was Partnerbörsen tun und was nicht
Seriöse Partnerbörsen tun einiges gegen Betrug. Parship prüft laut eigener Angabe Profile automatisch und bietet einen ID-Check per Handy an. LoveScout24 und Zweisam moderieren laut eigenen Angaben Fotos und Profiltexte. Singles50 prüft Profile und Fotos laut Anbieter automatisch und von Hand, wenn jemand ein Profil meldet.
Eine vollständige Sicherheit kann trotzdem keine Seite bieten. Betrüger legen immer wieder neue Profile an. Die wichtigste Regel liegt deshalb bei dir: Schick nie Geld, keine Gutscheincodes und keine Kopien deines Ausweises an jemanden, den du nur aus dem Internet kennst. Bleib ausserdem möglichst lange im Chat der Partnerbörse, denn dort können verdächtige Profile gemeldet und gesperrt werden.
Nutze auch die Möglichkeiten, die dir die Partnerbörse selbst gibt. Fast überall kannst du ein Profil mit wenigen Klicks melden oder blockieren. Tu das ohne schlechtes Gewissen, wenn dir etwas komisch vorkommt. Das Team prüft die Meldung, und im besten Fall schützt du damit auch andere Mitglieder vor derselben Person.
Wenn es dich getroffen hat
Wenn du merkst, dass du betrogen wurdest, ist das schmerzhaft. Schäm dich nicht. Diese Betrüger sind geschickt, und es trifft kluge, lebenserfahrene Menschen. Wichtig ist, jetzt schnell zu handeln.

Brich den Kontakt sofort ab und zahl nichts mehr, auch wenn die Person droht oder verspricht, das Geld zurückzuzahlen. Melde das Profil bei der Partnerbörse. Sichere die Nachrichten und Zahlungsbelege. Wenn du Geld überwiesen hast, ruf sofort deine Bank an. Erstatte dann Anzeige bei der Polizei in deinem Kanton.
Sprich mit einer vertrauten Person darüber. Vorsicht auch vor angeblichen Helfern, die dir anbieten, dein verlorenes Geld gegen eine Gebühr zurückzuholen. Auch das ist häufig eine Betrugsmasche.
Viele Betroffene erzählen später, dass ihnen das Gespräch mit anderen am meisten geholfen hat. Du bist nicht allein, und es gibt keinen Grund, dich zu verstecken. Je früher du handelst, desto eher kannst du weiteren Schaden verhindern. Auch die Polizei nimmt solche Anzeigen ernst, und deine Angaben können helfen, andere Menschen zu schützen.
Mit Vertrauen weitersuchen
Diese Warnungen sollen dir keine Angst machen. Die meisten Menschen, die du auf einer Partnerbörse triffst, suchen genau wie du eine ehrliche Begegnung. Wer die Warnzeichen kennt, kann sich entspannter auf neue Menschen einlassen.
Eine einfache Faustregel hilft: Lass dir Zeit, triff dich bald persönlich an einem belebten Ort, und sprich nie über Geld, bevor ihr euch gut kennt. Mit dieser Haltung bist du gut geschützt und kannst die Partnersuche geniessen.
Gerade ab 50 bringst du etwas mit, das dich schützt: Lebenserfahrung. Du hast in deinem Leben schon viele Menschen kennengelernt und ein gutes Gespür entwickelt. Vertrau diesem Gespür. Wenn sich etwas zu schön anfühlt, um wahr zu sein, lohnt sich ein zweiter Blick. Und wenn alles stimmt, freu dich ohne Sorge über die neue Bekanntschaft.
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Häufige Fragen
Was ist ein Romance Scam?
Ein Betrug, bei dem jemand Liebe vorspielt, um dich später um Geld zu bitten.
Woran erkenne ich einen Liebesbetrüger?
Schnelle Liebesschwüre, ständig verschobene Treffen, ein Leben im Ausland und früher oder später eine Bitte um Geld.
Wie kann ich prüfen, ob Fotos echt sind?
Mit einer umgekehrten Bildersuche im Internet und einem Videoanruf.
Was tue ich, wenn ich schon Geld geschickt habe?
Kontakt abbrechen, Bank anrufen, Beweise sichern, Profil melden und Anzeige bei der Polizei erstatten.
Schützen Partnerbörsen vor Betrug?
Sie prüfen Profile und sperren gemeldete Konten, eine vollständige Sicherheit gibt es aber nicht.